DE·NL·CH·AT·FR·IT·PL·RU·EN
Produkte
Anwendungen
Mietkälte
Kauf
Service
Über uns
Videos
Mietkälte Kaltwassersatz - CoolEnergy liefert 1000 kW Kaltwassersatz zur Überbrückung
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter Besuchen Sie uns auf Google Besuchen Sie uns auf LinkedIn

CoolEnergy GmbH » Aktuelle News » R-22 Ausstieg aus Kältemarkt

Umrüsten oder Austauschen, das ist hier die Frage

Auf gut 130.000 Tonnen wird der Bestand an HFCKWs in der EU geschätzt. Und ab nächstem Jahr ist der Einsatz von R-22 Frischware verboten…da ist guter Rat teuer, oder?

Eine vor kurzem veröffentlichte Studie aus Frankreich, deren Tendenz sich auf die meisten europäischen Länder übertragen lassen dürfte, zeigt deutlich, dass der in weniger als einem Jahr anstehende R-22 Ausstieg ein echtes Problem für die Branche darstellen wird.

So ist R-22 jenseits des Rheins (und sicher auch in Deutschland) mit 37,4%, das entspricht gut 2.700 Tonnen pro Jahr, nach wie vor das am häufigsten für Service- und Wartungszwecke eingesetzte Kältemittel. Die aus Anlagen am Ende ihrer Lebensdauer im selben Zeitraum zurück gewonnenen Mengen liegen jedoch nur bei rund 800 Tonnen.

Ein Ungleichgewichtgewicht, das nicht zu übersehen ist und sicher auch nicht von heute auf morgen aus der Welt geschafft werden kann. Zumal zahlreiche Betreiber derzeit noch keine Veranlassung zum Handeln sehen und es vorziehen, 2010 abzuwarten.

Die Finanzkrise dürfte ihr übriges tun, denn der R-22 Ausstieg ist gleichbedeutend mit Investitionen, ganz gleich, für welche Lösung sich der Kunde entscheidet.


Chiller stark betroffen

Der Chillermarkt ist vom R-22 Ausstieg stark betroffen. So entfallen allein in Frankreich rund 5.630 Tonnen, d.h. 59% des Kältemittelbestands in dieser Anwendung auf R-22. Von den rund 1.000 Tonnen an Kältemittel, die jährlich für die Wartung von Chillern eingesetzt werden, sind es sogar 77%, d.h. 811 Tonnen. Das wiederum entspricht fast einem Drittel der Gesamtmenge an R-22, die jährlich in Frankreich für Wartungszwecke benötigt wird.

Welche Handlungsmöglichkeiten haben die Betreiber also, wenn ab nächstem Jahr laut EU-VO 2037/2000 der Einsatz von R-22 Frischware verboten sein wird?

Wer den Kopf in den Sand steckt und die Dinge auf sich zukommen lässt, kann natürlich hoffen, genug recyceltes R-22 auf dem Markt vorzufinden, um seine Anlagen zu warten. Allerdings steht zu erwarten, dass die verfügbaren Mengen nicht ausreichen werden, wie die bereits erwähnten Zahlen zeigen. Dabei ist es im Übrigen auch verboten, dieses Jahr noch schnell größere Mengen an frisch produziertem R-22 zu kaufen und für die kommenden Jahre einzulagern.

Eine weitere Möglichkeit ist die Umrüstung auf ein Ersatzkältemittel.

Für Chiller bieten sich dabei in erster Linie R-407C, R-422D und R-427A an. Besonders bei der Verwendung von R-407C ist hier allerdings mit Leistungseinbußen zu rechnen.

R-422D bietet laut Hersteller DuPont den Vorteil einer einfachen Umrüstung, da hier weiterhin Alkylbenzol- oder Mineralöl (wie zuvor mit R-22) eingesetzt werden kann, während mit R-407C eine Umrüstung auf Polyolesteröl erforderlich ist. Allerdings wird R-422D nicht für den Einsatz in Chillern mit überflutetem Verdampfer empfohlen.

Die dritte Möglichkeit, die sich den Betreibern bietet, ist der Ersatz des Chillers durch ein neues Gerät. Besonders dann, wenn es sich um sehr alte Anlagen handelt, kann sich dies als kosten- und energieeffizienteste Lösung erweisen.

Interessenkonflikt

Während Kältemittelhersteller ein nachvollziehbares Interesse an der Umstellung der R-22 Chiller auf H-FKWs haben, stellt der R-22 Ausstieg auch für die Chillerproduzenten ein großes Potenzial dar. Dabei decken sich diese Interessen nicht immer – ganz im Gegenteil!

Das macht die Sache für den Betreiber nicht einfacher und kann dazu führen, dass er im Endeffekt gar nichts unternimmt, aus Angst, besonders in finanzieller Hinsicht die falsche Entscheidung zu treffen.

Grundsätzlich dürften aber besonders Alter und Zustand des Chillers den größten Einfluss darauf haben, ob die Anschaffung einer neuen Maschine oder die Umrüstung eines bestehenden Geräts auf ein H-FKW zu bevorzugen ist.

Bei besonders alten Chillern (über 30 Jahre sind hier keine Seltenheit) besteht das Risiko von Reparaturen oder Verdichterversagen, zumal es gerade bei Eingriffen in (noch) funktionierende alte Geräte oft zu Pannen kommt. In diesem Fall dürfte sich die Anschaffung eines neuen Geräts also eher lohnen als die Umrüstung auf ein H-FKW.

Auch die Tatsache, dass alte Maschinen aus Sicherheitsgründen oft überdimensioniert wurden, kann eine wichtige Rolle bei der Entscheidung spielen, da dann möglicherweise ein kleineres Gerät zur Deckung des Kühlbedarfs gewählt werden kann, was sich wiederum positiv auf Investitions- und Betriebskosten auswirkt. Das gilt auch dann, wenn sich der Kühlbedarf in der Zwischenzeit beispielsweise durch eine bessere Isolierung des Gebäudes verringert hat.

Ein weiterer Faktor, der bei der Entscheidung für oder gegen eine Neuanlage beachtet werden sollte, ist die Energieeffizienz, die sich natürlich auch auf die Betriebskosten auswirkt. Dieser spezielle Punkt dürfte besonders bei sehr alten Anlagen eines der stärksten Argument für eine Neuanlage ein. Hier spielt neue Regelungstechnik eine Rolle, aber auch die Erkenntnis, dass Kältemaschinen, die für Klimatisierung einsetzt werden, fast immer im Teillastbetrieb laufen. Daher sind viele neue Geräte so konzipiert, dass sie im Teillastbetrieb die höchsten Leistungskoeffizienten erreichen.

Fazit

Grundsätzlich ist die Umrüstung auf ein Ersatzkältemittel wie R-422D oder R-427A sicher die kostengünstigste Variante für die Betreiber. R-422D bietet dabei noch den zusätzlichen Vorteil der Weiterverwendung von Mineralölen. So können alte Anlagen, die noch gut in Schuss sind, auch nach dem Stichdatum 1. Januar 2010 weiterbetrieben werden. Handelt es sich hingegen um sehr alte Chiller, die sowieso bald am Ende ihrer Lebensdauer sind, dann sollte die Anlage durch ein neues Gerät ersetzt werden. Die Investitionen hierfür sind dann zwar höher, aber durch die größere Energieeffizienz sind hier Amortisationszeiten von ca. 3 Jahren durchaus möglich.

Andrea Voigt 04/2009

Quelle: Refripro.eu


Drucken
Kontakt
Angebot anfordern   Angebot
anfordern

CoolEnergy Standorte
Nachrichten
Login
Login Login
Copyright © 2009-2013 CoolEnergy GmbH freephone Sitemap | Impressum | AGB | Disclaimer